Ein Sommer am Fluss, ein unerwarteter Gast und die Frage, was im Leben wirklich zählt:
Ein Haus am Fluss, sieben Hühner, drei Schafe und möglichst wenig Menschen: Sara Harmsen hat sich ihr Leben genau so eingerichtet, wie sie es möchte. Bis an einem heißen Sommertag ein verletzter junger Mann auf ihrer Fähre auftaucht. „Tage am Fluss“, der gerade erschienene Debütroman von Jochen Mariss, erzählt von zwei Menschen aus unterschiedlichen Generationen, von alten Wunden und von der Frage, wie viel Rückzug eigentlich guttut.
„Tage am Fluss“ erzählt von zwei Menschen aus unterschiedlichen Generationen, von alten Wunden, der Liebe zur Natur und dem Mut, sich wieder auf das Leben einzulassen. Als eine geplante Brücke Saras Fähre bedroht, geraten beide zunehmend in einen Konflikt mit dem Dorf.
Zwei Generationen, zwei ganz unterschiedliche Blicke auf die Welt
Sara und Leon könnten unterschiedlicher kaum sein. Sie lebt zurückgezogen, eigenständig und möchte möglichst wenig Nähe zulassen. Er ist jung, voller Zukunftsängste und sucht Verbindung. Gerade diese Begegnung der Generationen ist ein zentrales Motiv des Romans. Autor Jochen Mariss beschreibt beide als ein Gegensatzpaar, das zunächst unfreiwillig miteinander auskommen muss und sich nur langsam annähert.
Dabei geht es auch um eine Frage, die heute viele Menschen beschäftigt: Wie lebt man weiter, wenn die Sorge um Klimawandel und Umweltzerstörung längst zum Alltag gehört? Leon empfindet diese Bedrohung besonders stark, während Sara versucht, trotz ihrer eigenen Ängste und Erfahrungen einen Ort zu finden, an dem sie zur Ruhe kommen kann.
Der „Grüne Mond“: ein Rückzugsort mit Bedeutung
Saras Zuhause trägt im Roman den Namen „Grüner Mond“. Der abgeschiedene Ort am Fluss ist mehr als eine idyllische Kulisse. Jochen Mariss versteht ihn als Symbol für unseren bedrohten Planeten und zugleich als Sehnsuchtsort: eine kleine Welt, schön und verletzlich, die es zu bewahren lohnt.
So verbindet der Roman seine sommerliche Atmosphäre mit ernsteren Themen. Natur, Vergänglichkeit, Umweltzerstörung und die Frage, wie viel Rückzug eigentlich guttut, laufen durch die Geschichte, ohne dass „Tage am Fluss“ zu einem Sachbuch oder politischen Plädoyer wird. Im Mittelpunkt bleiben Sara und Leon und das, was ihre unerwartete Begegnung mit beiden macht.
Der Debütroman von Jochen Mariss, geboren 1955 in Köln, ist am 9. Juli 2026 bei Kiepenheuer & Witsch erschienen. Die gebundene Ausgabe umfasst 320 Seiten und kostet 23 Euro.
Unser Buchtipp für alle, die Geschichten über Natur, Neuanfänge und ungewöhnliche Begegnungen mögen.
